Tourististan

Bergwanderer, aufgepasst: Stürze sind oft der Grund fürs Hinfallen

...verunglücken. Schreiben sie bei focus.de.

Wer glaubt, der Sturz, das ist doch schon das Unglück: ganz falsch. Es kommt dann noch der Absturz, irgendwie hinterher.

Eine schön krause Formulierung. Man ahnt aber, wie es zu dem Gestolpere kam, wenn man die Nachricht dazu liest. Die Nachricht dazu lautet: 1952 sind 43 von 114 000 Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins bei Bergtouren tödlich verunglückt. 2010 waren es 40, bei 893 000 DAV-Mitgliedern. Also? Eine einzige Erfolgsgeschichte, Grund zur Freude, oder etwa nicht? Der DAV hat heute acht Mal so viele Mitglieder –  und die Unglücksrate unter seinen Mitgliedern mit tödlichem Ausgang ist bei Bergwanderungen um 87 Prozent gesunken. Horridoh!

Doch was  lernen Journalisten? Only bad news are good news. Gute Nachrichten sind doch keine. Das wollen die Leute angeblich nicht lesen. Also haben sie sich beim Focus was einfallen lassen: Die Gefahr der Wanderlust! Stolpern führt zum Hinfallen! Die Leute gehen einfach so in die Berge, bei den Risikofaktoren!

Und schon wird aus einer langweiligen Erfolgmeldung eine Nachricht samt Klickstrecke und dauererigiertem Zeigefinger.

 

 

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