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Hotelwelten in Deutschland: Vorsicht Irrwitz! Ein Lese-Tipp

 

Das Vier-Sterne-Zimmer sieht oft aus, als wäre Graceland in Rente gegangen. Teppich an den Wänden, gülden verspiegelte Bettintarsien, eine polierte Messing-Attacke auf das Hirn des Reisenden. Eine flexibel schwenkbare Lampe an einen Spiegel zu montieren, dafür muss sich irgendjemand aktiv entschieden haben. Ebenso dafür, die gleiche Lampe nochmal neben dem Bett anzuschrauben. Die Botschaft, die solche Inneneinrichtungen transportieren – überall in der Bundesrepublik – kann nur eine sein: frage nicht nach dem Warum, Reisender, wenn überhaupt jemand den Grund weiss, wird es der deprimierendst vorstellbare sein.

So schreibt Sascha Lobo, wenn er mal nicht auf Spiegel Online schreibt, sondern auf seinem eigenen saschalobo.com. Es ist ein langer, langer Text über Hotelwelten. Oder wie er es nennt: das Paralleluniversum. Liebevoll und so ausführlich wie man es seit Marcel Proust kaum noch gelesen hat, beschreibt er Depri-Design (wie im Zitat oben), nummerierte Aufkleber auf Kronkorken in der Minibar, Rot-Blau-Verwirrungen im Badezimmer, die Rätsel der deutschen Hotelklassifizierung und noch viel mehr und viel seltsamere und skurrilere Erscheinungen aus der Welt der Nicht-Luxus-Hotels. Und ja: Bohnen in Tomatensoße, die auf dem Frühstücksbuffet langsam einkochen, kommen auch vor.

Nachdrückliche Empfehlung: Lesen!

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