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Google-Karten: Touristisch oder einsam – wie hätten Sie es gern?

Google hat sich ein neues, hübsches und buntes Spielzeug einfallen lassen: die Touristiness Map. Ein Karte, die zeigt, wo Touristen hinreisen. Gelb = hochtouristische Region. Je dunkler es auf der Karte wird, desto weniger Tourismus findet statt. Auf dem Kartenausschnitt herrscht also das sattsam bekannte Nord-Süd-Gefälle: touristisch hochentwickelt ist Europa, in Afrika ist es finster.

Und wie macht Google das? Schicken sie nun nicht nur ihre Street-View-Autos los, die Straßen und Häuser fotografieren, sondern auch Touristen-Zähler? Weltweit – zu jeder Attraktion? Oder haben sie eine geniale Touristen-Identifizierungs-Kamera entwickelt? (Wo bleibt in diesem Fall der T-Datenschutz?)

Nein, ein Google-User hat Layer für die Google Maps entwickelt, indem er Daten von Panoramio auswertet. Auch das ist ein Google-Service: Auf Panoramio können User ihre Fotos einstellen, die dann in Google Maps erscheinen. Die touristische Intensität richtet sich a) nach der Zahl der hochgeladenen Fotos und b) nach der Zahl der User, die Bilder einstellen. Anschauen kann man sich das sowohl in der Web-Version von Google Maps als auch im Programm Google Earth.

Viel Geknipse heißt demnach viel Tourismus? Etwas gewagt, diese Gleichung. So fällt für Europa zum Beispiel auf, dass das am stärksten bereiste Land der Erde, nämlich Frankreich, nur dunkelrot erscheint. Deutschland, die Niederlande und die Schweiz hingehen sind hellgelb eingefärt: touristisch durchglüht.

Nutzen kann man das, wie es einem gefällt: Entweder man fährt dorthin, wo eh schon alle sind. Oder man verkrümelt sich in wenig fotografierte Weltgegenden. Und bringt ein paar Bilder mit. Spot an.

Natürlich gibt so einen schönen Google-Service auch für Einsamkeitssucher: die Interesting Remote Places Map. Aufgebaut nach demselben Verfahren. Helle Spots auf dieser Karte zeigen abgelegene Gegenden von hohem touristischem Reiz. Sieht dann zum Beispiel so aus:

Ein Kommentar zu “Google-Karten: Touristisch oder einsam – wie hätten Sie es gern?

  1. Andersreisender

    Die beiden Services sind wirklich witzig – aber kann es sein, dass sie auf den selben Daten beruhen?

    Ich musste natürlich gleich mal nachsehen, wie die (theoretischen) touristischen Verhältnisse für meine nächste Reise aussehn. Nicht, dass ich schon sehr konkrete Vemutungen hätte, was mich in den zu bereisenden Ländern erwartet.

    Trotzdem musste ich auf den beiden Karten nun feststellen, dass Japan eher Touristenleer zu sein scheint. Hingegen sind das Ural-Gebirge und auch der Baikalsee in Russland klar auszumachen. Auch Vietnam, Kambodscha und große Teile Thailands dürften demnach beinahe touristisch unberührte Oasen sein. In China gibt es hingegen einige kräftige Touristen-Hotspots. Auf der Interesting Remote Places Map sieht das ganze dann umgekehrt aus.

    Ich bin schon gespannt, ob mich meine Reise tatsächlich hauptsächlich in die touristische Einsamkeit führt. So oder so freue ich mich auf eine schöne Tour :-)

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