JP Auclair, oder: Braucht man Schnee zum Skifahren?

Und wenn du denkst, du hast jetzt schon sooo viele verrückte Freerider gesehen, die auf ihren Skiern und Boards senkrechte Felswände runterfahren als wären sie auf einem Spielplatz, dann kommt JP Auclair und fährt durch eine, ja, Stadt in den Bergen, irgendwo in British Columbia, Canada. Über Straßen, Treppen, LKWs – was halt so daher kommt und im Weg steht. Allein die Funken unter seinen Brettern, wenn er über eine Straße kachelt ….

Und mittlerweile betreiben die Jungs einen filmischen Aufwand, alle Achtung. Die knapp fünf Minuten des Videos gehören zu einem Film namens All.I.Can.

Enjoy.

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Ernie und Bert machen den TomTom

Auch mit Navi unterwegs? Natürlich, wer nicht – und dass man sich seine Lieblingsstimme dazu kaufen kann, damit verrate ich auch nichts Neues. Bei TomTom bekommt man nun zum Beispiel die Stimmen von Ernie und Bert aus der Sesamstraße. Wie es im Studio zuging, als die beiden Fernsehstars ihre Anweisungen einsprachen,  zeigt dieses Video:

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<Lachtränenabwisch>

Viel Spaß und kommt gut ans Ziel!

 

Mehr Straßen = mehr Stau. Das Grundgesetz der Highway-Verstopfung

Foto: flickr / k1rsch / CC-Lizenz

Deutsche Autofahrer stehen pro Jahr 234 Millionen Stunden in einem Verkehrsstau. Die ökonomischen Verluste durch die Verstopfungen werden auf rund 3,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die schreibt, auf Englisch, Handelsblatt-Korrespondent Olaf Storbeck in seinem Blog Economics Intelligence.

Einen Taschenrechner habe ich auch, und der sagt mir, dass 234 Millionen Stunden rund 26.712 Jahre ergeben. Soviel Lebenszeit verbringen, verschwenden, verplempern die Deutschen also jedes Jahr in ihren zum Stehen gebrachten Autos.

Wie kann man dem abhelfen? Baut mehr Straßen, rufen Autolobby, Baukonzerne und befreundete Politiker. Und macht die Straßen breiter! Dann wird sich der Verkehr besser verteilen, alle haben mehr Platz, usw usw

Eine messerscharfe Logik, die aber leider einen Fehler hat: Sie stimmt nicht, wie Storbeck schreibt. Vielmehr gilt das Gegenteil: Mehr Straßen -> mehr Verkehr -> mehr Staus.

Da gibt es einmal das hübsche “Grundgesetz der Autobahn-Verstopfung” (fundamental law of highway congestion), das der amerikanische Ökonom Anthony Downs vor mehr als 40 Jahren formuliert hat: Mehr Straßen erzeugen mehr Verkehr.

Na  gut, so eine Theorie ist schnell mal hingeschrieben. Doch nun haben zwei kanadische Wissenschaftler empirisch nachgewiesen, dass sie voll und ganz zutrifft. Ich greife mal eine Zahl heraus: Wird die Länge der Straßen – Highways und innerstädtische Hauptstraßen – um ein Prozent erhöht, steigt die Anzahl der gefahrenen Kilometer um bis zu 0,89 Prozent.

Also fast eins zu eins.

Wer in letzter Zeit mal auf Autobahnen durch die Republik gefahren ist, hat gemerkt, dass gerade landesweit heftig ausgebaut wird. Von zwei auf drei, von drei auf vier Spuren … Damit ist das jährliche Ritual der Wochenend-, Sommer- und Urlaubs-Megastaus für die kommenden Jahre gesichert.

 

 

 


 

 

Sammlung Reise-Lyrik (12)

Junges Leben in alten Palastmauern

Zahlreiche Strandbäder locken

einen exklusiven Blick auf die Hauptstadt genießen

Wer sich mit allen Sinnen gefangen nehmen lässt

Verschiedene Tourenangebote regen die Sinne von Kopf bis zum Fuß an

Nun wird der Problembezirk neu entdeckt

Reiseführer-Apps: Armes Hamburg

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, mir mal genauer anzuschauen, was sich bei den Reise-Apps für iPad und iPhone so tut. Hamburg heißt die Destination, die ich testen wollte. Immerhin Deutschlands zweites Ziel bei Städtereisen – also wird doch wohl eine stattliche Liste von Reiseführern in digitaler Form zu finden sein.

Nahm ich an. Naiv wie ich war.

Erste Überraschung: Die Suchwörter „Hamburg“, „Guide Hamburg“, „Reiseführer Hamburg“ bringen im App-Store kaum Ergebnisse. Gar nicht so wie im Buchladen, wo das Genre ein ganzes Regal füllt. Ganze vier Apps habe ich mir aufs iPad gezogen. Drei von ihnen sind iPhone-Apps, die zwar auch auf dem iPad laufen, aber nur in iPhone-Größe erscheinen, was aussieht als hätten sie sich bei Apple mal um zwei, drei Stufen in der Skalierung vertan.

CityScouter Hamburg

Die App ist die einzige in meiner Auswahl, die wirklich dem iPad angepasst ist. Doch man blättert und wischt nur ein wenig herum, schon stehen da seltsame Sätze: Das Deutsche Schauspielhaus ist ein „romantisiertes weißes Gebäude“. Die Fischauktionshalle soll in der Hamburger Altstadt liegen, wo doch jeder, der an stürmischen Tagen Tagesschau schaut, weiß: Die steht am Fischmarkt und kriegt nasse Füße, wenn eine Sturmflut die Elbe hochkommt. In der Altstadt hingegen sind Büro und Verwaltung, was man auf der Homepage erfahren kann, wofür man allerdings recherchieren hätte müssen, heißt: einmal googeln und dann zwei-, dreimal klicken.
Unter den Geheimtipps der App wird mir zugeflüstert: „Wüßten Sie? Hamburg ist der Megaband The Beatles wegen bekannt …“
OK, schon kapiert: Fürs Übersetzen und Factchecking haben die App-Macher nicht wirklich Geld investiert. Dennoch setzen sie unter jede Seite den Hinweis: „Information zum Zeitpunkt des Erstellens korrekt. Informationen provided by Wcities. ©2010“
Erstaunlich, dass sie mich dennoch beharrlich weiter ins Grindel Filmtheater schicken wollen. Das hat, wie man bei www.rettet-das-grindel.de mit ebenfalls ein, zwei Klicks nachlesen kann, im Sommer 2008 zugemacht, ein Jahr später war es abgerissen.
Erstaunlich auch, dass die App zwar lange Listen von Hotels und Restaurants enthält, dass aber auf der integrierten Open-Street-Maps-Karte nur wenige davon angezeigt werden. Etwas zu essen scheint es überhaupt nur rund um die Alster zu geben.
Fazit: Wirkt wie ein absolutes Billigprodukt. Miserabel geschrieben, haufenweise veraltete Infos, kaum durchdachte Nutzerführung. Oder warum bekomme ich bei Hotels Telefonnummern  angezeigt, aber keine Websites? Und optisch, so? Reden wir nicht drüber. Optik gibt‘s nicht.

Hamburg.de

Die Website selbst ist sehr praktisch. Wenn ich mal was auf einer Behörde zu erledigen habe, Papiere für irgendwas brauche, hier finde ich die Adresse, die Öffnungszeiten, und was ich mitbringen muss. Das habe ich nun alles auch per App, wenn ich mich als „Hamburger“ einlogge. Als „Tourist“ kriege ich jedoch nur einen Guide, der so tut als ob. Da stehen etwa unter Hotels ein paar Kategorien, etwa „Billighotels“. Und darunter zum Beispiel die mittlerweile ja doch sher bekannte Superbude. Und dazu gibt es eine Buchungsnummer (natürlich mit Extragebühren), eine Schaltfläche „Stadtplan“ und eine Schaltfläche „Fahrplan“. Das muss reichen. Wozu muss ein Stadtführer was über die Hotels verraten, die er auflistet? Steht doch überall heute, sowas.

 

Tripwolf

Darauf muss man auch erst mal kommen: User-Infos aus einer Reise-Community in eine App zu packen und die für 3,99 Euro zu verticken. Folglich wimmelt es von wahnsinnig tollen Insider- und Geheimtipps, die sonst nur ungefähr jede Woche in der Zeitung stehen. Unter „Blogs und Webmagazinen“ kriege ich – ohne funktionierenden Link – drei Blogs über Style und Mode angeboten, dazu einmal was über Shopping. Sonst scheint sich in Hamburg blogmäßig nichts zu tun.

 

Marco Polo

Noch so ein Kandidat.
Schon das erste Hotel in der Liste, das ich anschauen will und auf dessen Website die App mich per Safari verbindet: domain is deactivated! Na toll.
Bei den First Class Hotels steht an oberster Stelle: das „Achat Plaza LandArt“ in Buchholz in der Nordheide. Holla. Das ist 28,7 km von meinem ziemlich zentralen Standort enfernt. Ein schönes Stück außerhalb von Hamburg. Und First Class? Nichts gegen Achat, aber die Zimmer fangen bei 86 Euro an und First Class ist dann doch eine andere Liga.
Warum müssen Hotels überhaupt alphabetisch gelistet sein? Mich interessiert doch zum Beispiel, in welchem Stadtteil sie liegen. Oder ich hätte gern zwei, drei Fotos, eine Kurzbeschreibung. Was mir hingegen gar nicht passt: Wenn ich mich durch lange alphabetische Listen scrollen muss.
Übrigens tauchen unter First Class dann auch Häuser von Best Western und Holiday Inn auf. Bei aller Liebe, MarcoPolo: Falsche Kategorie! Gilt umgekehrt auch für ein Haus wie das Abtei-Hotel in Eppendorf (ab 145 €), das in die Mittelklasse einsortiert wird. Gut, auch hier halten wir mal fest: Von Redaktion, Sorgfalt, Bearbeitung keine Spur weit und breit. Da hat einer ein paar Datenbanken einlaufen lassen, fertig.
Ich habe dann noch ein wenig mit der Suchfunktion herum gespielt. Lust auf Pizza? Tja Pech, gibts in Hamburg nicht. Suchergebnis: null. Oder Sushi? Vier Treffer, immerhin, allesamt Kettenlokale, nicht die wirklich interessanten Adressen. Und, nun aber voll frustrierend, weil sie doch eigentlich hier erfunden wurde, da Suchwort Currywurst: ebenfalls null.
Nicht einmal den „Schellfischposten“ kennt diese angebliche Suchmaschine, Hamburgs älteste Seemannskneipe in Altona und Schauplatz von „Inas Nacht“ in der ARD (Ina Müller, ihr wisst schon, die blonde, kurzhaarige Quasselstrippe…)
Darfs noch ein Gag zum Schluss sein? Auch bei MarcoPolo gibt es den Grindel Ufa Palast noch, zwei Jahre nach seinem Ende unter der Abrissbirne. Die Verfasser kommen hier sogar zu einem dezidierten Urteil über das Kino und sein Programm: „viel Volk, viel Müll, viele schlechte Filme“. Egal, zum „Insider-Tipp“ hat es für das Grindel trotzdem noch locker gereicht.

Fazit:

Alles nicht der Rede wert, weil Schrott von A bis Z? Nee, so leicht lassen wir euch nicht davonkommen, Reise-App-Pfuscher. Viel verlangen wir ja nicht. Und es gibt ja schon alles, in Buchform. Schön nach Themen und Stadtteilen sortiert. Es kann doch nicht so schwer sein, den Content in eine App zu packen. Und etwas Aktualität wäre schön. Gibt ja keine Drucktermine mehr.

Hier jedoch, Reisender, kommst du mit deinem iPhone oder iPad nach HH, und nur damit, und hast du dir die drei, vier deutschsprachigen Reiseführer-Apps geladen und verlässt dich ausschließlich auf sie: Dann bist du verratzt und verloren. Du wirst weit draußen an der Unterelbe übernachten, du suchst in einer Altenwohnanlage nach Kinosaal 2, und am Ende des Tages wirst du froh sein, wenn dir jemand die bestellte Pizza auf deinem Hotelzimmer vorbeibringt. Du wirst an den 2,99 bis 3,99 Euro, die sie dir für diese Apps abgeknöpft haben, nicht verarmen, aber dich doch fragen: Wieso, zum Teufel, soll man für solch kaum bis überhaupt nicht brauchbares Zeug auch nur einen einzigen Cent hinlegen?

Google spricht Schwyzerenglisch – und fotografiert auf der Rhätischen Bahn

Was treibt denn Google Street View so in letzter Zeit? (Hausverpixler, das hier ist jetzt nichts für euch.)

Sie fahren Bahn, zum erstenmal überhaupt. In der Schweiz. Ausgewählt haben sie die Strecke Albula – Bernina der Rhätischen Bahn, mit der sie zusammenarbeiten. Eine der spektakulärsten Strecken in den Alpen. Sie führt von Chur bis zur italienischen Grenze, erklimmt über Viadukte, Tunnel und Brücken 2000 Höhenmeter – und man fährt sie natürlich nicht, um von A nach B zu kommen, sondern um zu fahren und reines Landschaftskino in Bewegung zu genießen. Das wird nun bald über Street View zu sehen sein.


Google hat seine Spezialkamera auf einen Pritschenwaggon gestellt, der von einer Lok langsam voran geschoben wird. Die Kamera fotografiert in neun Richtungen, daraus werden dann die 360-Grad-Panoramabilder zusammen gebaut.

All dies erklären zwei Schweizer Google-Mitarbeiter auf English – auf Schwyzerenglisch, so würde ich es nennen, was ähnlich niedlich klingt wie Schwyzerdütsch. Hier im Video:

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Fotos: Official Google Blog

Jakobsweg: Nach dem Hape-Hype pilgert nun Hollywood

Seit Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ braucht man den Jakobsweg nicht mehr vorzustellen. Nicht nur nur die paar Tausend Deutschen, die jedes Jahr zur Pilgerwanderung nach Spanien aufbrechen, sondern auch vier Millionen Buchkäufer wissen nun, was es mit dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela auf sich hat: Es geht um Entbehrungen und Gehen als Therapie, um Blasen, Schweiß und Schmerzen und dass man sich davon aber nicht stoppen lassen darf. Um eine aufwendige Selbstfindung nach dem Muster: Wenn ich diesen Weg schaffe und das Ziel erreiche, dann werde ich auch auf meinem Lebensweg ganz anders voran kommen.

Verwertet, verwurstet und vermarktet wurde der Jakosbweg schon vor dem Hype um Hape, aber die Bekenntnisse des Entertainers waren zweifellos der Höhepunkt der Kommerzwelle. Nordspaniens Tourismusmanager dürfen sich seither die Hände reiben: Die Pilgerzahlen steigen kontinuierlich, von Jahr zu Jahr – neueste Zahlen liegen bei mehr als 270.000 Pilgern in 2010 (Pilger heißt hier: mindestens 100 Kilometer zu Fuß oder 200 per Rad oder Pferd – wobei allein der Camino Francés von den Pyrenäen bis Santiago gut 700 Kilometer lang ist).

Wer nun glaubte, mit Hape sei erst mal gut mit Kommerz – der ist auf dem falschen, nun ja: Weg. Denn nun hat auch Hollywood den Way of St. James entdeckt. Gerade läuft in den Staaten The Way an, ein Film von Emilio Estevez, Sohn von Martin Sheen, der auch die Hauptrolle spielt.

Aus amerikanischer Sicht bietet der Weg ein ideales Setting für alle Arten von Psycho-, Lebens- und Familiendramen. Entsprechend wird The Way verkauft: eine „kraftvolle und inspirierende Geschichte über Familie, Freunde und Herausforderungen“, die das Leben so parat hält. Sheen spielt Tom, dessen erwachsener Sohn in den Pyrenäen, als er den Weg geht, ums Leben kommt. Darauf fliegt Tom ins alte Europa herüber, packt die Urne mit der Asche des Sohnes in einen großen Rucksack und geht den Weg selber. Natürlich trifft er Menschen, die ebenfalls ihr Päckchen zu tragen haben. Das scheint zwischen Melo und Komödie zu spielten, und Nordspaniens Schönheiten – Gebirge, Klöster, alte Städte – kommen selbstverständlich auch nicht zu kurz.

 

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Der Film ist in den Staaten gerade gestartet, erste Kritiken lesen sich angetan bis begeistert. Die Washington Post sah “a sensuous, expansive hymn to travel and transformation.” Ob und wann The Way nach Deutschland kommt, konnte ich nicht rausfinden, es hängt wohl davon ab, wie der Film sich in der Kinoverwertung drüben so schlägt (und lässt sich wahrscheinlich über die Facebook-Seite herausfinden).

Warum ich das hier aufschreibe? Als ich kürzlich den Hinweis auf The Way entdeckte, erinnerte ich mich an eine der ersten Reisereportagen, die ich als Journalist geschrieben habe. Es war 1992 oder 93, mit einem Fotografen zusammen klapperte ich den Weg ab, begleitete verschiedene Pilger jeweils einen Tag lang, führte Interviews auf der Straße und in Pilgerherbergen.

In Puente la Reina trafen wir drei junge Franzosen, die sich zuerst kategorisch weigerten, mit uns zu reden, dann aber langsam auftauten (wir durften trotzdem nichts davon verwenden) – und die uns Journalisten aber eigentlich auf der Stelle nach Hause wünschten. Sie gingen den Weg wegen der spirituellen Erfahrung (zu persönlich: kann man nicht drüber reden…), und das sei aber nur möglich, wenn der Weg echt und authentisch bleibe und nicht zum Tourismus-Produkt verkomme. Meinen Einwand, das sei er im Mittelalter schon mal gewesen, ließ er nicht gelten.

Ein Zitat habe ich noch wörtlich im Kopf. Damals wurden auf dem Weg rund 9000 Pilger pro Jahr gezählt, und einer der Drei sagte: „Wenn hier erstmal 20.000 oder 30.000 Leute rumtrampeln, ist der Weg tot.“

American Style

 

Ein Hotel von Frank Lloyd Wright

 

Mason City, Iowa – schon mal gehört? Falls nicht: Das ist keine Bildungslücke. Nicht mal die englischsprachige Wikipedia hat einen Eintrag zu der Stadt. Mason City, wenn ich mal vorstellen darf: Liegt ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Minneapolis und Des Moines. Und besitzt das einzige Hotel, das Frank Lloyd Wright gebaut hat und das noch – oder wieder – als Hotel in Betrieb ist.

Frank Lloyd Wright – schon mal gehört? In Kurzfassung: der amerikanische Architekt des 20. Jahrhunderts. FLW (1867 – 1959) hat den American Style erfunden und paar weitere Stile gleich dazu. Gebt ihn bei der Google-Bildersuche ein oder sucht dort nach Fallwater oder Guggenheim, New York, und ihr bekommt einen Eindruck.

Nicht viele Hotels waren unter seinen Werken, doch wenn man den Betreibern des Historic Park Inn Hotel in Mason City, Iowa, glauben darf, ist dieses Haus die einzige von FLW gebaute Herberge, in der man heute noch wohnen kann. Beziehungsweise wieder: In dem Gebäude, 1910 eröffnet, war neben dem Hotel auch eine Bank untergebracht, später Anwaltsfirmen und Apartments – und irgendwann zogen darin nur noch Spinnen ihre Fäden. Dann bildete sich eine Non-Profit-Organisation, die Spenden und Kredite besorgte und es schaffte, das Haus in ein 27-Zimmer-Boutiquehotel zu verwandeln. Fassade und Lobby sind originalgetreu restauriert, einige Zimmer ebenso, andere dem Stil des Hauses entsprechend eingerichtet. Und was hat der Spaß gekostet? stolze 20 Millionen Dollar.

Ich finde: Ein Grund, Mason City, Iowa, dann doch mal einen Besuch abzustatten.

Wer in Häusern von Frank Lloyd Wright Urlaub machen will: Der Mann hat eine Menge Privathäuser gebaut, einige werden als Ferienhäuser vermietet.

 

Retro Travel – die Website zum Vintage Motel

Wo wir gerade bei Retro und historischer Architektur sind: Hübsche, stimmungsvolle Motels, Lodges und Guesthouses aus den 40er, 50er und 60er kann man jetzt bei Travel Retro buchen. 46 Häuser haben sie im Moment im Angebot, alles so vintage und neonbabyleuchtend, dass man nur ein Weilchen draufschauen muss und es fängt von alleine an, nach Rock’n'Roll zu klingen. 

 

Bergwanderer, aufgepasst: Stürze sind oft der Grund fürs Hinfallen

...verunglücken. Schreiben sie bei focus.de.

Wer glaubt, der Sturz, das ist doch schon das Unglück: ganz falsch. Es kommt dann noch der Absturz, irgendwie hinterher.

Eine schön krause Formulierung. Man ahnt aber, wie es zu dem Gestolpere kam, wenn man die Nachricht dazu liest. Die Nachricht dazu lautet: 1952 sind 43 von 114 000 Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins bei Bergtouren tödlich verunglückt. 2010 waren es 40, bei 893 000 DAV-Mitgliedern. Also? Eine einzige Erfolgsgeschichte, Grund zur Freude, oder etwa nicht? Der DAV hat heute acht Mal so viele Mitglieder -  und die Unglücksrate unter seinen Mitgliedern mit tödlichem Ausgang ist bei Bergwanderungen um 87 Prozent gesunken. Horridoh!

Doch was  lernen Journalisten? Only bad news are good news. Gute Nachrichten sind doch keine. Das wollen die Leute angeblich nicht lesen. Also haben sie sich beim Focus was einfallen lassen: Die Gefahr der Wanderlust! Stolpern führt zum Hinfallen! Die Leute gehen einfach so in die Berge, bei den Risikofaktoren!

Und schon wird aus einer langweiligen Erfolgmeldung eine Nachricht samt Klickstrecke und dauererigiertem Zeigefinger.

 

 

Infografik: Ein paar rekordverdächtige Zahlen aus der Reiseindustrie

Infografiken werden offenbar immer beliebter – jedenfalls vergeht derzeit praktisch kein Tag, ohne dass man im Netz einer dieser bunten Illus begegnet, die komplizierte Zahlenspiele und Hochrechnungen in hübsche Bilder und Grafiken verpacken.

Diese Infografik beschäftigt sich mit der weltweiten Reiseindustrie. Die britischen Kollegen von Travelwatch haben sich den Spaß gemacht, ihre Computer mal ein paar Zahlen aus der Reisewelt knacken zu lassen. Und da knackt es richtig:

237 Millionen Flugzeugsitze bleiben jedes Jahr leer – das entspricht 522 027 leeren Boeing 747. 

Mit dem Geld, das für Reisen ausgegeben wird, könnte man jedem Menschen auf der Erde ein iPhone und ein iPad kaufen.

Gut ist auch der hier: 7 Millionen Schweine müssen pro Jahr allein für Frühstücksschinken in Hotels ihr Leben lassen – die Schlange vor dem Schlachthaus wäre 17 Meilen lang.

Noch einer? Die in einem Jahr verbrauchte Hotelseife ließe sich mit 65000 Elefanten aufwiegen.

Und der noch: Kinder bauen weltweit Sandburgen von 59 Millionen Kubikmeter Größe. Entspricht 24mal der Cheops-Pyramide.